BU: Textklau aus dem Internet

Wie oft erleben wir, dass die Biologiereferate oder Ausarbeitungen zu Themen so gar nicht nach der eigenständigen Arbeit unserer SchülerInnen aussehen. Aber wie kann ich das ganz leicht nachprüfen?

Um eine Textstelle aus dem Internet zu finden, nehmen Sie einen charakteristisch Satz oder ein Satzfragment. In der Suchmaschine Google reicht es aus diese Wortreihe unter Anführungszeichen zu setzen und Google sucht diese Wörter in dieser Reihenfolge im Zusammenhalt. Bis zu 9 Worte sind möglich, die besten Treffer hat man mit ungewöhnlicheren oder auffälligeren Wörtern oder Wortkombinationen (z.B.: klingt nicht nach dem Sprachgebrauch in den Alter).

Probieren Sie es aus:
Sie haben folgenden Text und sollen die Quelle finden:
„Lernen Sie einiges über das Thema Plagiat, lernen Sie Techniken, Plagiate aufzuspüren, und testen Sie sich selber mit zehn Aufsätzen: Plagiat oder kein Plagiat?“
Wie würden Sie danach suchen? Einfach Plagiat in eine Suchmaschine eingeben?

Geben Sie „Plagiat“ in Google ein: auf den ersten 3 Seiten finde ich nicht die Quelle des Textes, auch wenn ich alle durchlese was unendlich viel Zeit kostet.
Gibt man allerdings “Techniken, Plagiate aufzuspüren” ein, habe ich nur mehr 27 Treffer (statt zuvor ungefähr 8.800.000 Treffer) und der erste Eintrag ist der Gesuchte!

Wenn 3 Stellen eines Textes dieser Prüfung standhalten waren die SchülerInnen zumindest so schlau die Texte wirklich umzuschreiben. Natürlich ist Recherche aus dem Internet sowohl bei LehrerInnen als auch bei SchülerInnen erlaubt und erwünscht, wichtig ist JEDES Bild & JEDEN Text – auch veränderte- mit QUELLENANGABE zu versehen.

Und so nebenbei: unsere Vorbildfunktion ist hier auch gefragt.
Ich versuche kein einziges Bild ohne Bildquellenangabe in meinen Materialien zu verwenden – zumindest in kleiner, manchmal auch grauer Schrift direkt darunter oder in der Fußzeile.

Wer sich noch intensiver mit diesem Thema auseinandersetzten möchte, sollte die Lerneinheit “Fremde Federn Finden” von Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, HTW Berlin, machen. Es handelt sich um eine kostenlose und wirklich empfehlenswerte Lerneinheit speziell für Lehrende, in der man selber „PlagiatdetektivIn“ wird.

„Lehrende sollten fremde Federn erkennen und selber vermeiden können!“

Link zum Angebot

Fremde Federn finden

Eine Antwort zu “BU: Textklau aus dem Internet”

  1. Marion sagt:

    So ist es!
    Leider gilt diese Vorbildfunktion bei allen Werken, nur nicht bei Schulbüchern!???
    Dort werden nur Bildquellen angegeben. Ist gesetzeskonform …
    Das wären allerdings die Bücher, mit denen Schüler das Zitieren am ehesten lernen könnten!

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